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Die 50er Jahre Mode, Kontext und Charakteristika

Es war still hier… genau das, was ich nicht wollte. Leider wird es zum Ende des (Schul-) Jahres immer sehr stressig. Und vor Weihnachten melde ich mich dann mal mit einem kleinen Text zurück, der die Mode und den Kontext der 50er Jahre ein wenig beleuchtet. Ich habe diesen Text unter den oben genannten Aspekten geschrieben, ursprünglich für meinen Gestaltungs Unterricht.

Viel Vergnügen. 😉

Typisch für den 50er Jahre Stil sind heute vor allem Petticoats und roter Lippenstift. Schaut man allerdings modisch gesehen genauer hin, dann gibt es viel mehr zu entdecken als die Retro-Kleider, die man heute als „50er“ Jahre Mode kennt und präsentiert bekommt.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann man wieder in die Normalität zurückzukehren. Frauen auf der ganzen Welt mussten zuvor in Fabriken arbeiten und zuhause den Platz des Familienoberhauptes einnehmen. Nach dem Krieg hingegen mussten sie oft in die klassische Klischee Rollen Verteilung zurück kehren. Die (Ehe-)Frau hatte gut auszusehen und wenn sie kein Modeltyp war musste sie eben besonders penibel auf ihr Äußeres achten. Kindererziehung, Haushalt und die Pflege ihrer Erscheinung waren die Hauptaufgaben der Frauen.

Man konnte als weibliche Person schnell in Verruf geraten, wenn man sich zu freizügig und freigeistig gab. Selbstbewusste junge Frauen waren eher nicht in der Gesellschaft erwünscht. Nur langsam konnten Frauen sich beruflich durchsetzen. Oftmals hatten sie nur Sekretärinnen oder Assistentinnen Jobs und mit wenig Vorbildung auch kaum Aussichten auf Beförderungen, zumal sie auch – sofern sie verheiratet waren, dazu bestimmt waren Kinder zu bekommen und somit zwangsläufig beruflich ausschieden. Die arbeitende Mutter wurde damals nur selten gesehen.

Christian Dior brachte 1947 die von der Vogue als „New Line“ betitelte, neue Silhouette auf. Schmale Taillen und meterweise Stoff verschlingende ausgestellte Tellerröcke mit entsprechendem Unterbau suggerierten einen neuen Zeitgeist in Sachen Mode. Der Krieg war vorbei und wer es sich leisten konnte zeigt seinen Wohlstand mit teuren und üppig verwendeten Stoffen. Die benötigte Leibwäsche, um derartig geschnittene Jacken und Röcke tragen zu können lässt auch einen Rückschluss auf die Rolle der Frauen zu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwindet das Korsett nahezu vollständig aus den Schränken der Frauen und sie können sich freier bewegen, ihre Attitüde hatte sich, beeinflusst durch Kriege und Entbehrungen, aber auch technische Neuerungen, verändert. Dior hingegen führt das Korsett wieder ein. Es wird benötigt um die schwindelerregend engen und die Silhouette formenden Kreationen des Couturiers tragen zu können.

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